»Archaische Moderne«: Auf diese Formel läßt sich die überraschende Verbindung von archaischen Traditionen und westlicher Industriekultur in Japan bringen. In keinem anderen Land der Welt haben die religiösen und ethischen Werte so ungebrochen ihren Platz in der modernen Gesellschaft behauptet. Sie liefern den Schlüssel zum Verständnis der ebenso bewunderten wie gefürchteten Industriemacht.
Das Besondere dieses Buches liegt darin, dass es die verschiedenen Formen japanischer Kunst, besonders des Theaters, durch die vielfältigen Schichten japanischer Kultur hindurch letztlich in archaischem Kult verwurzelt sieht. Andererseits sind es gerade die archaischen Strukturen des Shintoismus, die eine erfolgreiche Aneignung der westlichen Industriekultur ermöglichten, ohne dass ein Verlust der japanischen Identität zu beklagen wäre.
Damit geht Japan als eine Kultur von »Industrie-Rittern« in der Übernahme von Neuem bei gleichzeitiger Bewahrung von Althergebrachtem einen ganz anderen Weg als die meisten Länder der dritten Welt - und des Westens.
Der Autor:
Thomas Immoos, 1918 in der Schweiz geboren,
ist seit 1945 Priester und Mitglied der Missionsgesellschaft Bethlehem in
Immensee. Seit 1951 lebt er in Japan und wirkt als Lektor und Professor
für deutschsprachige Literatur und Theatergeschichte an der
Sophia-Universität in Tokyo. Seine Veröffentlichungen haben ihm weltweites
Ansehen als Kenner der japanischen Kultur und besonders des Noh-Theaters
gebracht. Für seine Forschungen wurden ihm zahlreiche Ehrungen und
Auszeichnungen zuteil.